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Achslast berechnen: Lastverteilungsplan einfach erklärt

Ein voller LKW ist nicht automatisch ein fahrbarer LKW. Wo die schweren Packstücke stehen, entscheidet über Achslasten, Traktion und Bussen. Hier die Grundlagen, mit Beispielen.

Aktualisiert am 27. Oktober 2026 · Herausgeber: Tourcargo GmbH (Lademeister), Bottighofen TG

Was ist ein Lastverteilungsplan?

Ein Lastverteilungsplan (LVP) ist ein Diagramm für ein konkretes Fahrzeug, das zeigt, wie viel Gewicht an welcher Stelle der Ladefläche stehen darf, damit keine Achse überladen wird und die Lenk- und Antriebsachse ihre Mindestlast behalten.

Die Kurve im LVP ist nach vorne und hinten begrenzt: Zu weit vorne überlastet die Vorderachse, zu weit hinten die Hinterachse — und beim Sattelzug hebelt Ladung am Heck die Zugmaschine aus. Die zulässigen Achslasten stehen im Fahrzeugausweis bzw. in der Zulassungsbescheinigung; sie sind je Fahrzeug verschieden.

So wird die Achslast berechnet: das Hebelgesetz

Jedes Packstück ist eine Punktlast auf einem Balken, der auf zwei Stützen liegt — den Achsen. Es verteilt sein Gewicht im umgekehrten Verhältnis der Abstände:

Anteil Vorderachse = Gewicht × (Abstand Schwerpunkt → Hinterachse) ÷ Radstand
Anteil Hinterachse = Gewicht − Anteil Vorderachse

Dazu addierst du die Leer-Achslasten des Fahrzeugs (Fahrerhaus, Aufbau, Tank). Liegt der Schwerpunkt genau über einer Achse, trägt sie 100 %; liegt er hinter der Hinterachse, wird der Vorderachsen-Anteil negativ — die Last hebt vorne an. Genau das passiert, wenn eine schwere Maschine ganz hinten auf die Ladefläche kommt.

Beispiel 7,5-Tonner (Koffer, 7,5 m Ladefläche)

GrösseWert
Leer-Achslast vorne / hinten2 800 kg / 2 100 kg
Zulässige Achslast vorne / hinten (typisch)3 600 kg / 5 000 kg
Radstand (Vorder- bis Hinterachse)4,30 m
Vorderachse liegt 1,50 m vor der Stirnwand−150 cm
Ladung: Maschine 2 000 kg, Schwerpunkt 1,0 m hinter der Stirnwand→ VA 3 637 kg (über 3 600 — überladen), HA 3 263 kg
Dieselbe Maschine, Schwerpunkt 3,5 m hinter der Stirnwand→ VA 2 474 kg, HA 4 426 kg (beide im Limit)

Zweieinhalb Meter Unterschied in der Platzierung entscheiden hier zwischen «Vorderachse überladen» und «fahrbar». Deshalb gehört die Achslast in den Ladeplan, nicht erst auf die Waage.

Massgebend sind immer die Angaben des Fahrzeug- bzw. Auflieger-Herstellers — der Lastverteilungsplan im Fahrzeug, der Fahrzeugausweis und die Achslast-Grenzwerte des jeweiligen Landes.

Den echten Plan rechnet die App

Lademeister rechnet die Achslasten für Sattelzug und starre LKW nach dem Hebelgesetz für jedes einzelne Packstück, warnt bei Überlastung oder zu geringer Antriebsachslast und platziert schwere Ware automatisch richtig (Achslastberechnung ab Pro).

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Sattelzug: das 3-Punkt-Modell

Beim Sattelzug liegt die Ladung nicht auf zwei, sondern auf drei Stützen: Vorderachse und Antriebsachse der Zugmaschine (verbunden über den Königszapfen) sowie das Achsaggregat des Aufliegers. Lademeister rechnet in zwei Schritten:

  1. Auflieger: Jedes Packstück verteilt sein Gewicht per Hebelgesetz zwischen Königszapfen (vorne) und Auflieger-Achsen (hinten). Die Summe am Königszapfen ist die Sattellast.
  2. Zugmaschine: Sattellast plus Leer-Sattellast des Aufliegers verteilen sich über das Sattelvormass auf Vorder- und Antriebsachse der Zugmaschine (typisch etwa 15 % vorne, 85 % auf die Antriebsachse).

Geprüft werden Vorderachse, Antriebsachse (typisch 11,5 t), Auflieger-Achsen (typisch 24 t), das zulässige Gesamtgewicht (typisch 40 t) und die Mindestlast der Antriebsachse. Wird die Sattellast negativ, weil zu viel Gewicht hinter den Auflieger-Achsen steht, warnt Lademeister: «nicht fahrbar».

Praxisregeln für die Disposition

  • Schwer in die Mitte, über die Achsen — nicht an die Stirnwand und nicht ans Heck.
  • Antriebsachse braucht Last. Leichte, voluminöse Ware vorne allein bringt im Winter Traktionsprobleme; in der Praxis werden meist mindestens 25 % des Gesamtgewichts auf der Antriebsachse angestrebt.
  • Teilladungen neu prüfen. Nach jeder Abladestelle verschiebt sich der Schwerpunkt — was in Basel passte, kann in Bern vorne zu schwer sein.
  • Fahrzeugdaten statt Standardwerte. Leer-Achslasten und zulässige Werte je Fahrzeug eintragen; Lademeister speichert eigene Fahrzeuge als Vorlage.

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Häufige Fragen

Was ist ein Lastverteilungsplan?

Ein Lastverteilungsplan (LVP) ist ein Diagramm für ein konkretes Fahrzeug, das zeigt, wie viel Gewicht an welcher Stelle der Ladefläche stehen darf, damit keine Achse überladen wird und die Lenk- und Antriebsachse ihre Mindestlast behalten.

Wie berechnet man die Achslast beim LKW?

Mit dem Hebelgesetz: Jedes Packstück verteilt sein Gewicht im umgekehrten Verhältnis seiner Abstände auf die beiden Achsen. Anteil Vorderachse = Gewicht × (Abstand zur Hinterachse ÷ Radstand); der Rest geht auf die Hinterachse. Dazu kommen die Leer-Achslasten des Fahrzeugs.

Warum braucht die Antriebsachse eine Mindestlast?

Liegt zu wenig Gewicht auf der Antriebsachse, verliert der LKW Traktion und Fahrstabilität, besonders bei Nässe und am Berg. In der Praxis wird meist mindestens 25 % des Gesamtgewichts auf der Antriebsachse angestrebt; Lademeister warnt, wenn dieser Wert unterschritten wird.

Berechnet Lademeister Achslasten auch für Sattelzüge?

Ja. Für Sattelzüge nutzt Lademeister ein 3-Punkt-Modell: Die Ladung verteilt sich über den Königszapfen auf Vorder- und Antriebsachse der Zugmaschine und auf die Auflieger-Achsen. Für Hängerzüge und Container wird keine Achslast berechnet.

Planungshilfe ohne Gewähr — die Prüfung von Ladungssicherung, Achslasten und gesetzlichen Vorschriften obliegt dem Verlader bzw. Fahrer. Die genannten Achslasten sind typische Werte von Standard-Fahrzeugen; massgebend sind die Angaben im Fahrzeugausweis des jeweiligen Fahrzeugs.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Diese Seite ist eine Planungshilfe und ersetzt keine Prüfung des konkreten Fahrzeugs; massgebend sind Fahrzeugausweis, Herstellerangaben und das jeweils geltende Recht.